Ferrari GTC4 Lusso - Adrenalinrausch im Schnee

Fahrbericht von Zoë Jenny

In meiner Jugend war ein Ferrari noch etwas für Männer mit grau meliertem Haar die gerne angeben, unerträglich laut durch die Gegend rasen und eine zwanzig Jahre jüngere Freundin haben. Nun – da das zum Glück dreißig Jahre her ist und sich seither der Status der Frau und damit auch die Autoindustrie zwangsläufig geändert hat - gibt es heute den GTC4 Lusso -  ein Ferrari, der nicht nur Sportwagen affinen Männern mit entsprechendem Geldbeutel, sondern auch Frauen große Freude machen dürfte.

Da ich eine Leidenschaft für schnelle und exklusive Autos habe, zögerte ich natürlich keine Sekunde den GTC4 in Schnee und Eis im österreichischen Saalfelden zu testen.

Zwar hatte ich schon das Vergnügen Lamborghini, Maserati und Bentleys zu fahren aber noch nie eine Ferarri und schon gar nicht auf glattem Untergrund. Das erste Mal in einem Ferrari zu sitzen und dann gleich noch auf Schnee zu fahren ist doch eine Erfahrung die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Beim Betreten der Hotelsuite leuchtet mir als allererstes auf dem Kaffeetisch eine rote Box entgegen, eingestanzt der Cavallino Rampante, das sich aufbäumende Pferd. Es muss an diese Stelle erwähnt werden - eines der besten Logos – mit einem Wiedererkennungseffekt, von dem die allermeisten Brands nur träumen können. Das Symbol der Sportwagenmarke ist Kult. Mindestens so sehr wie, wie die Markenfarbe Rosso Corsa, das klassische Ferrari-rot. Es sagt alles aus was ein Ferrari ist: Energie, Temperament, Kraft.

Beim Abendessen lerne ich die anderen Journalisten kennen, alle aus dem Social Media Bereich und die meisten – es sei am Rande bemerkt- doch einiges jünger als ich.

Ein ziemlich cool aussehender Blogger in golden glänzenden Sneakers und mit Millionen von Followern kommt gleich mit seiner eigenen PA, (Personal Assistant) und wie es sich gehört für Social Media Journalisten oder sollte ich sagen Stars? - hängen bereits beim Dessert schon alle wieder an den I-phones und posten fleißig ihre Stories.

Nur meine Tischnachbarin, ein Autoafficionado ohne gleichen, erzählt, sprühend vor Begeisterung ihre Sportwagen-Geschichten, die sie für ihren eigenen Channel produziert. Eine ziemlich gute One-Woman-Show. Wer dieser hochenergetischen jungen Frau zuhört weiß: Die Frau die vor 30 Jahren noch dankbar und etwas kümmerlich lächelnd auf dem Beifahrersitz saß, gibt es so nicht mehr – denn sie sitzt jetzt selbst am Steuer und fährt auf der Überholspur durch ihr aufregendes Leben.  Und zwar, genau: In einem Ferrari.

Es ist außerdem eine durchaus nicht selbstverständliche Tatsache, dass an so einem Event mindestens so viele Journalistinnen wie männliche Kollegen sitzen und eine Lady den Laden schmeißt. In Form der überaus sympathischen PR Managerin Tammy Haines, die uns ermahnt die Nacht besser nicht an der Hotelbar sondern im Bett zu verbringen.

Doch ich bin so aufgeregt, dass ich kaum schlafen kann und daher schon zeitig beim Frühstück bin. Noch genug Zeit, um vor das Hotel zu gehen und ein bisschen frische Bergluft zu schnappen. Schon von weitem strahlen die Edelkarrossen unter dem stahlblauen Morgenhimmel in weiß, rot, schwarz und blau in ihrer ganzen Eleganz und gemeißelten Athletik. Man muss es sagen- ein überaus ästhetischer Anblick. Frisch poliert und bereit für die Fahrt geht es nach einer kurzen Einführung dann auch los. Im Komfortmodus fahren wir in einer Kolonne, die von außen sicher ein beeindruckendes Bild abgibt, vom Hotel weg.

Und da ist schon klar - mit diesem Ferrari kann man sich auch durchaus diskret fortbewegen. Die einzigartige Fahrdynamikregelung, das sogenannte 4RM-System, erlaubt von den vier Modi: Comfort, Sport, Wet und Snow auszuwählen. Natürlich freuen sich meine Mitfahrerin und ich wie kleine Kinder, als wir endlich auf einer geraden Strecke den Ferrari endlich in den Sportmodus schalten können, mit röhrendem, fauchendem Sound davonrasen und dem Cavallino Rampante Ehre machen.

Denn das Temperament hat der Ferrari sozusagen im Blut. Und wäre der Ferrari ein Pferd, dann ein reinrassiges, das auf jede noch so geringe Bewegung sofort reagiert. Das Ansprechverhalten des mehr als 600 PS starken V12 Turbo Motors ist enorm, die Beschleunigung von 0-100 in 3,4 Sekunden atemberaubend. Durch das innovative Ferrari Patent PTU (Power Transfer Unit), welches den Allradantrieb auf einzigartige Weise mit einer Gleichgewichtsverteilung von 47% vorne und 53% hinten vereint ist, eine höchst agiler Kurveneintritt möglich.

Als wir schließlich auf die schneebedeckte Rennstrecke kommen, geht der Spaß erst richtig los. Durch Funk mit dem Instruktor verbunden, geben wir Gas und bremsen kurz darauf hart. Hier geht es – ein bisschen wir im richtigen Leben, wenn man auf Abenteuer aus ist- um das kontrollierte Schleudern. Das Kitzeln im Bauch lässt, dank den 600 PS nicht auf sich warten. Daher kommt schon bald die Stimme: Not too risky! Also gehen wir etwas vom Gas. Schließlich sitzen wir in einem rund, je nach Ausstattung, 300.000 Euro teuren Luxusgefährt.

 

Fazit: Ein super cooles Auto bei dem sich die Edelschmiede in Maranello so einiges ausgedacht hat um es so alltagstauglich wie möglich zu gestalten. Der Aufwand und die intensive Forschung hat sich gelohnt: Mit dem GTC4 Lusso könnte man in die Schule genauso fahren wie in den Winterurlaub. Dabei hat der Nachwuchs auf dem Rücksitz nicht nur genügend Platz sondern kann den Blick aus dem einzigartigen Panoramafenster genießen. Das Raumgefühl ist für ein so sportliches Auto immens.

Unkompliziert in der Bedienung hat der GTC4 Lusso einen Kofferraum, der die Bezeichnung auch verdient. Darin passen Koffer sowie Kinderwagen, was – wie jede Frau weiß - von größter Bedeutung ist. Einziger Nachteil: Bei 320 km/h hat man keine Ausrede mehr zu spät zu kommen - weder zur Schule noch zum Businesstermin. Spaß, Sexiness und Unterhaltungswert insgesamt? Maximal und molto italiano.

 


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