Castel Monastero - Vom Nonnenkloster zum fünf Sterne Resort

Rund zwanzig Minuten von Siena entfernt, auf einem Hügel, umgeben von Weingärten des Chianti, liegt das Castel Monastero. Anders als ein normales Luxushotel wirkt es mehr wie ein kleines Dorf. Mit einer Piazza und einem Ziehbrunnen um die sich die historischen Gebäude anordnen. Eine Katze schlummert neben einem Terrakottatopf mit blühendem Oleander, Tauben gurren. Idyllisch und friedlich, als würde die Zeit hier still stehen. Nur der Concierge, der einen Gepäckwagen ratternd über das Kopfsteinpflaster schiebt, verrät, dass man sich in einem Hotel und nicht auf dem Set für einen italienischen Film befindet.

Man merkt sofort: Die mittelalterliche Anlage aus dem 13. Jahrhundert wurde sorgfältigst renoviert, die Zimmer sind von schlichter Eleganz; gepflegter Luxus der nie aufdringlich oder übertrieben wirkt. Stein und Holz sind die bevorzugten Materialien.

Die vier Hektar große Grünfläche ist wunderbar weitläufig und selbst wenn das Hotel voll ist, findet man auch am Pool immer genug Platz. Die raffiniert designte Anlage aus grauem Travertin besteht aus drei Becken, die in Terrassen untereinander liegen, deren plätschernde Wasser kaskadenförmig in einander fließen und sich so alles harmonisch in die Landschaft einfügt. Wo man auch hingeht, begleitet einem der betörende Duft von Jasmin und Lavendel. Unter einem Baum lädt eine Sonneninsel zum Verweilen ein. Alles wirkt unaufgeregt und ungezwungen.

Auf dem Rückweg vom Pool erkennt man die Struktur der Anlage. Im oberen Bereich liegt die Piazza, darunter wurde das Castel über den Hang errichtet und in den unteren Kellern liegt „La Cantina“, das rustikalere Restaurant des Hauses. Italienischer Charme überall.

Abends ist das eindrucksvolle Kellergewölbe mit unzähligen Kerzen beleuchtet, deren flackerndes Licht mit den Weinflaschen und Eichenfässern eine stimmige Atmosphäre bildet. Im Vordergrund steht hier traditionelle italienische Küche wie Bistecca alla Fiorentina oder das berühmte Cinta Senese, Schwein mit Schwarzwurzel und Apfel. Dazu gibt es eine wunderbare Auswahl italienischer Weine.

Wer nach Gourmet Küche verlangt kann sich im „Contrada“ ´ kulinarisch verwöhnen lassen und dabei ganz nach italienischer Art „ al fresco“ auf der Piazza sitzen. Begeistert erzählt uns der der junge Chefkoch Enrico Marmo, der mit sieben Jahren Pizzabäcker werden wollte, von den wunderbaren Produkten, die er hier fast zu jeder Jahreszeit frisch zur Verfügung hat. Er schwärmt vom Duft der Rispen der Tomaten, die er im Sommer bei seiner Großmutter gepflückt hat.

Die Leidenschaft für gute, lokale Produkte kommt auch in seinen Gerichten deutlich zum Ausdruck. Besonders in Erinnerung bleiben ein raffiniert zubereiteter Aal mit karamellisierten roten Zwiebeln aus Certaldo, und die Porcini mit Miso und geräucherten Kartoffeln. Ein Abend unter Sternen.

Außergewöhnlich ist nicht nur die Anlage des Castels Monastero, sondern auch die Tatsache, dass das Resort gänzlich in Frauenhand liegt. Die Besitzerin übernahm 2008 das Hotel. Die Direktorin Graziella Alba und die Managerin Francesca Nuvolone machen das Castel zu einem der erfolgreichsten und charmantesten Hotels der Toskana. Man investierte nicht nur in eine höchst sorgfältige Renovierung des Castels, sondern auch in einen vorzüglichen Spa-Bereich. Wie im alten Rom kann man sich hier mit unzähligen Behandlungen verwöhnen lassen. Ein besonderes Erlebnis ist das Becken mit Salzwasser vom Toten Meer. Jeder Muskel entspannt sich sofort, während man wie auf unsichtbaren Händen getragen, auf er Wasseroberfläche schwebt. Es kann durchaus sein, dass man hier auch die Eigentümerin selbst antrifft, denn wenn es ihr Terminkalender zulässt, kommt sie hierher, um sich zu erholen.

Das Castel Monastero ist ein Hotel, das man das ganze Jahr über genießen kann. Im Sommer gibt es an lauen Nächten auf der Piazza Opern zu hören. Beliebt sind auch die Yoga und Meditationsweekends und im Herbst geht es auf Trüffelsuche. Während Sylvester - der in Italien traditionellerweise groß gefeiert wird - verwandelt sich das Castel Monastero in ein zauberhaft beleuchtetes Dorf der Feierlichkeit. Das edle Gala Dinner mit den köstlichen Kreationen von Enrico Marmo lässt das Jahr in angenehmster Weise zu Ende gehen. Kein Wunder, ist das Castel jeweils zur Neujahrszeit schon für Monate voraus ausgebucht. Wir würden jedenfalls zu jeder Jahreszeit liebend gerne wieder kommen.