Maserati Levante  - Mit dem Glanz des Südens in die  Schweizer Alpen

Der Levante ist ein warmer Wind aus dem westlichen Mittelmeer, der die Eigenschaft hat sich von einem lauen Lüftchen plötzlich in einen Sturm zu verwandeln. Es ist auch eine physikalische Tatsache, dass es im Auge des Sturms ruhig bleibt. So fühlt es sich jedenfalls an wenn man im Maserati Levante 350 sitzt und zwar ganz egal, wie draußen das Wetter tobt.

Als wir an diesem Februartag die „Bella Macchina“ in Wallisellen in Zürich bei Octane abholen, ist das Wetter zwar wechselhaft, aber was uns auf dem Weg nach St. Moritz erwarten wird, können wir nicht erahnen.

Wie immer bei Maserati freut man sich erst einfach über die schlichte Schönheit und Eleganz des italienischen Designs. Es ist nämlich durchaus eine Kunst einen SUV so zu bauen, dass er nicht zu wuchtig wirkt. Die stilsicheren Italiener zeigen es vor. Trotz perfekter Formschönheit wirkt der von vorne mit seinem unverkennbaren Dreizack durchaus angriffslustig, allerdings ohne protzig und allzu aggressiv zu sein.

Hin und weg sind wir von der Farbe Nobile Blu: Gibt es ein edleres Blau? Wohl kaum - vor allem wenn es bei Sonneneinstrahlung auch noch dezent glitzert.

Die Innenausstattung ist - wie bei Maserati gewohnt - von allerfeinster Qualität. Immer eine Augenweide sind die von Hand gefertigten Ziernähte im Leder. Man hat das Gefühl, dass Schönheit, Behaglichkeit und Design das Ziel war: weniger vom Flugzeugcockpit, dafür mehr von Lounge Feeling.

Die Lautsprecher von Bowens and Wilkins sorgen für den entsprechenden Sound und schon kann es losgehen: Im Stadtverkehr gibt sich der Levante sportlich, aber durchaus zivilisiert.

Auf der Autobahn Richtung Chur kommt die „Adaptive Cruise Control“ zum Zug. Ab jetzt kann man kann sich entspannt zurücklehnen denn das Fahrzeug passt dank einem Radar Sensor die Geschwindigkeit automatisch an und lenkt natürlich auch. Das alles sehr harmonisch, der Levante lenkt sanft und rund, verlangsamt, bremst und beschleunigt weich, sodass ich als Beifahrerin sofort in behaglichen Tiefschlaf verfallen möchte.

Das Wetter wird zunehmend schlechter aber der Julierpass ist zum Glück offen. Ich weiß von früheren Reisen- das Wetter auf dem Julier kann sich blitzartig ändern. Wir kommen an Bündner Dörfern vorbei – an urigen Häusern mit den typischen Fassadenverzierungen, sogenannten Sgrafittos. Die Fahrverhältnisse verändern sich und spätestens bei Bivio schalten wir auf den Eis Modus um.

Die Scheibenwischer laufen auf Hochbetrieb, es wird stürmisch und der Schnee hüllt uns ein als wollte er uns zudecken. Mühelos fahren wir die Passtrasse hoch. Zwischendurch müssen wir anhalten, weil wir gar nichts mehr sehen. Mitten ins Weiß blinken die roten Lichter eines eher hilflosen Schneeräumungstraktors. Es würde mich nicht wundern wenn der Pass bald geschlossen würde. Vor uns schleichen noch ein paar wenige allradgetriebene Autos den Berg hoch. Einzelne Einheimische in echten Geländeautos sind unterwegs, die es scheinbar eilig haben, auch diesen folgt der Levante ebenso unaufgeregt wie mühelos. An den Seiten türmen sich Schnee und Eiswände. Zwar beträgt die maximale Steigung bis zum Hospiz nicht mehr als 12%, aber die Straße ist eigentlich nur mehr an den Seitenpflöcken erkennbar, der Levante lässt sich nicht beeindrucken und beweist seine hervorragende Traktion.

Der unbestechliche Beweis für die maximale Bequemlichkeit und Wintertauglichkeit des Levantes folgt aber bei der Ankunft: Als wir beim Kempinski ankommen und uns das Empfangsteam die Türen öffnet, blickt die Tochter überrascht von ihrem Ipad auf: „Was, sind wir schon da?“ meint sie nur.

Sie hat weder von der Fahrt noch vom Schneesturm das Geringste mitbekommen. Damit hat der Levante auch seine maximale Familientauglichkeit bewiesen.

Am nächsten Tag werden wir mit dem unglaublichsten Wetter belohnt und der Julier zeigt sich von seiner allerschönsten Seite. Die Fahrbahn ist trocken, man kann die Dämpferverstellung und den Sportmodus ausprobieren. Die Veränderungen sind moderat, der jetzt röhrende Sound allerdings zeigt nun doch den italienischen Hang zur Selbstdarstellung, ohne albern zu wirken.

Eine abwechslungsreichere und schönere Testfahrt hätten wir uns für den Levante gar nicht wünschen können.


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